NORDWEST ZEITUNG

2020-05-26T15:40:00+02:00
Leiter das Tierheim in Sedelsberg:  Madeleine Hoffmann aus Sedelsberg
NORDWEST-ZEITUNG – Montag, 25.05.2020
von Renke Hemken-Wulf / NWZ-Redaktion

 

NACHFOLGERIN GEFUNDEN
Madeleine Hoffmann ist neue Leiterin des  Tierheims in Tierheim Sedelsberg

SEDELSBERG / FRIESOYTHE / HARKEBRÜGGE
Das Tierheim in Sedelsberg hat eine neue Leiterin: Madeleine Hoffmann (29) aus Harkebrügge leitet seit 1. April die Einrichtung des Tierschutzvereins Friesoythe und Umgebung. Sie hat die Nachfolge von Rita Schulte übernommen, die Anfang des Jahres aufgehört hatte.

Dass sie die neue Stelle hat, konnte die gelernte Tierpflegerin zunächst kaum glauben. Sie habe seit Anfang des Jahres erst probeweise als Tierpflegerin in der Einrichtung gearbeitet und dann als Aushilfskraft, erzählt Hoffmann. Nach anderthalb Monaten habe sie der Vorstand des Tierschutz-vereins dann gefragt, ob sie die Leitung des Tierheims übernehmen wolle. „Ich war erstmal ganz perplex“, sagt die 29-Jährige. Ihr Traum sei immer gewesen, einfach nur im Tierheim zu arbeiten. Nun gehe es sogar eine Stufe höher und sie könne eines leiten.
AUSBILDUNG IN WIEN
Die Leidenschaft für die Arbeit mit Tieren entdeckte Hoffmann schon früh. Als sie 14 Jahre alt war, absolvierte sie ein Praktikum im Tierheim in Jübberde (Gemeinde Uplengen), das ihr gefallen habe. „Mit 15 habe ich mich dann entschieden, Tierpflegerin zu werden“, erzählt sie.
Ein Jahr später stieg sie dann ins Flugzeug und machte sich auf den Weg nach Österreich, um an der Veterinärmedizinischen Universität Wien ihre Ausbildung zur Tierpflegerin zu absolvieren.
Die dortige Ausbildung sei vielfältiger, erklärt Hoffmann. In Deutschland könne man nur in einem Bereich eine Ausbildung machen, beispielsweise als Tierarzthelferin oder als Zoo-Pflegerin. An der Veterinärmedizinischen Universität in Wien habe sie Einblicke in alle Bereiche der Tiermedizin und -pflege erhalten.
Nach ihrer dreijährigen Ausbildung habe sie zunächst ein Jahr in einem Labor in Wien gearbeitet, ehe sie aus familiären Gründen und wegen des Heimwehs wieder in die Gemeinde Barßel zurückkehrte, erzählt Hoffmann.
Da sie zunächst keine Anstellung als Tierpflegerin fand, arbeitete Hoffmann in einem anderen Beruf, wo sie bereits leitende Positionen übernahm. Doch nun kann sie wieder ihrer Leidenschaft nachgehen und mit Tieren arbeiten. Und die 29-Jährige hat sich einiges vorgenommen.
Unter anderem möchte sie das Training mit den Hunden, insbesondere den Problemfällen, im Tierheim ausbauen. Statt einzeln sollen die Tiere in Gruppen spazieren gehen und spielen. So möchte sie die sozialen Kontakte und das Rudelverhalten der Tiere steigern.
In ihrem neuen Job habe sie sich schon gut eingearbeitet. „Es gibt viel zu tun“, sagt Hoffmann. So fiel in ihren Arbeitsbeginn die Corona-Krise. Viele Leute mit Haustieren hätten sich im Tierheim gemeldet und gefragt, ob die Krankheit durch die Tiere übertragen werden könne. Während ihrer Ausbildung habe sie sich auch mit der Übertragung von Krankheiten durch Tiere befasst und habe viele Anrufer bislang beruhigen können.
Zudem gehören Verwaltungsaufgaben, wie die Aufnahme von Tieren, Kontakte zu Tierärzten halten und die Organisation von Veranstaltungen, die dieses Jahr jedoch wegen des Corona-Virus ausfallen, zu ihrem Arbeitsalltag. Darüber hinaus mache sie aber auch das Katzenhaus und die Hundezwinger sauber, füttere die Tiere, gebe ihnen Medikamente und gehe mit den Hunden spazieren. „Das ist ein guter Ausgleich zum Büro und ich lerne dadurch auch die Tiere kennen“, sagt Hoffmann. Gerade bei der Vermittlung der Tiere sei es wichtig, das zu wissen.
WOLFSHUNDE ZUHAUSE
Doch nicht nur im Tierheim ist Hoffmann von Hunden und Katzen umgeben. Auch zuhause hat sie zwei Tiere: Kater Neo und Hund Akido. „Die beiden verstehen sich gut. Der Kater weiß, was er will, und Akido fügt sich“, sagt Hoffmann schmunzelnd. Den acht Monate alten Kater hat die Harkebrüggerin aus dem Tierheim in Sedelsberg. Während ihrer Anfangszeit dort sei Neo immer wieder zu ihr gekommen und habe mit ihr geschmust.
Ihren Hund Akido hat Hoffmann seit sieben Jahren. Akido ist eine besondere Rasse, ein tschechisch-slowakischer Wolfshund. „Er ist halb Wolf und halb Schäferhund und sieht original aus wie ein Wolf“, sagt Hoffmann. Das führe dazu, dass sie beim Gassigehen manchmal auf Akido angesprochen werde. „Die Hunderasse habe ich während meiner Ausbildung kennengelernt und sie hat mich begeistert.“
Akido sei zudem ein sehr intelligentes Tier. So könne er unter anderem Türen aufschließen und Autotüren öffnen. „Alles, was er sieht, merkt er sich“, sagt Hoffmann stolz. Da Akido sehr sozial sei, habe sie ihn auch mit ins Tierheim genommen, um mit ihm und den Problemhunden zu arbeiten.

         Leiter das Tierheim in Sedelsberg:                        Madeleine Hoffmann aus Sedelsberg

 

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